Obwohl Zeißig dereinst ein nahezu sorbisches Dorf war, gingen doch im Laufe der Zeit viele sorbische Bräuche sowie auch zum großen Teil die Sprache verloren. Die Gründe sind vielfältig, angefangen von der gesellschaftlich nicht gewollten Gleichstellung der Sorben bereits im 19. Jahrhundert bis hin zur Zeit des Nationalsozialismus., wo Sorben mit dem Ziel der Ausrottung ihrer Sprache und Kultur als minderwertig eingestuft, Vereine und Institutionen der Sorben, wie auch die Domowina, verboten und die Sprache im Unterricht und Gottesdienst unterdrückt wurden. Mit der zunehmenden Industrialisierung änderte sich auch die Bevölkerungsstruktur, so dass Sorben letztendlich eine Minderheit bildeten, die Kinder in deutsch-sorbischen Familien zumeist deutschsprachig aufwuchsen und die sorbische Identität in den Hintergrund rückte.

Nach dem 2. Weltkrieg nahm das sorbische Leben wieder einen Aufschwung und erfuhr umfangreiche Förderung. In Zeißig bildete sich eine Domowina-Ortsgruppe mit über hundert Mitgliedern, die sich aber nach der politischen Wende auflöste. Aber der 1997 gegründete Kulturverein Zeißig e.V. sowie die Sorbische Volkstanzgruppe Zeißig e.V. traten dem Regionalverband der Domowina bei. Bis heute gibt es in der Lausitz viele Initiativen, Sprache und Kultur der Sorben als Bestandteil europäischer Kultur zu bewahren, zu pflegen und weiter zu entwickeln.