Der 1997 gegründete Kulturverein Zeißig e.V. suchte von Beginn an eine Begegnungsstätte für seine Mitglieder und Gäste. Als Fam. Bacskai im März 2000 den Vierseithof in der Dorfaue 31 zum Kauf anbot, begannen umfangreiche Aktivitäten zur Übernahme dieses Objektes. Der Gedanke: „Bewahrung des original erhaltenen unter Denkmalschutz stehenden sorbischen Bauernhofes und Nutzung als kulturelle Begegnungsstätte für den Ort Zeißig“ fand eine breite Zustimmung. Es war aber auch klar, dass es ein mühevoller und langwieriger Weg sein wird, die vielen Hürden zu meistern. Hans Groba hat anlässlich des 10jährigen Jubiläums des Zeißighofes eine Chronik verfasst aus der die nachfolgenden Ausführungen gekürzt übernommen wurden.

Eine erste Schätzung der Gesamtkosten für Kauf und Sanierung belief sich auf rund 530 TDM, darunter Eigenleistungen des Kulturvereins in Höhe von 140 TDM. Im Juni 2000 fasste der Kulturverein dazu einen Beschluss und bekannte sich zu dem Projekt. Am 15.11.2001 wurde eine Projektgruppe „Vierseithof“ zur Bündelung der Aktivitäten unter Leitung von Horst Reisner gegründet, die am 29.11.2001 den Namen „Zeißighof“ festlegte.

Am 12.06.2002 wurde eine erste Vereinbarung zu Kauf, Sanierung und Betrieb des Zeißighofes“ zwischen der Stadt Hoyerswerda und dem Kulturverein Zeißig e.V. vom damaligen OB Horst-Dieter Brämig und der damaligen Vorsitzenden des Kulturvereins Elvira Schuba unterschrieben.

Am 26.06.2002 erfolgte der Kauf des Hofes durch den Kulturverein von Fam. Bacskai.

Ein erster „Tag der offenen Tür“ am 24.08.2002 zeigte, was es alles noch zu tun war, gab den Initiatoren aber auch viel Zuspruch, den Zeißighof zu einer Kultur- und Erlebnisstätte auszubauen.

Im gleichen Jahr, am 30.11.2002, fand auf Initiative von Dora Gebauer der 1. Weihnachtsmarkt im Zeißighof statt.

Auf Initiative von Hans Groba wurden in den Jahren 2002 und 2003 die notwendigen Bauunterlagen und Fördermittelanträge erarbeitet. Doch im März 2003 änderten sich die Förderbedingungen. Die Stadt musste Eigentümer werden, in Verbindung mit einem langfristigen Nutzungsvertrag zwischen dem Kulturverein und der Stadt Hoyerswerda. So geschehen erteilte das ALN im Juli 2004 den Zuwendungsbescheid zur Sanierung des Zeißighofes.

Unabhängig davon wurden eine Reihe von Instandsetzungen durchgeführt. So die Erneuerung des Schornsteines für den Backofen durch Gerhard Richter und Jürgen Kockott. Weitere Maßnahmen waren zum Beispiel die Ertüchtigung der Wasser- und Abwasseranschlüsse und der vorhandenen Toiletten. Unterstützung gab es dabei von örtlichen Firmen wie der Bauschlosserei Pethow, Elektro-Haink, Tischlerei Kasper, Gerüstbau Hoßmang & Kegel und viele weitere.

Große Unterstützung leisteten der 2003 gegründete Seniorenclub unter Leitung von Werner Olbrich, Mitglieder der Ortsgruppe der IGBCE und die Firma PSW mit ihrem Bauleiter Jürgen Haink.

Zeitgleich zu den zahlreichen Instandsetzungsarbeiten organisierte Dora Gebauer kulturelle Höhepunkte an Tagen des offenen Hofes und durch die Beteiligung am „KunstLandStrich“ und am „Tag des offenen Denkmals“. Großen Anteil am Erfolg dieser Veranstaltungen hatten von Beginn an auch die Frauen des Kulturvereins, die unter der Regie von Anita Bacskai stets für einen ausgezeichneten Gästeservice sorgten.

In den Jahren 2006 und 2007 fand unter der Leitung des Architektur- und Ingenieurbüros Kirsten Böhme / Bernd Kasper eine umfangreiche Sanierung mit Unterstützung von Fremdfirmen fand statt. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehörten:

Baustellenberatung in der "Guten Stube"
  • Neueindeckung des kompletten Daches mit Erneuerung von Teilen des Dachstuhls
  • Mauerwerksinstandsetzung und Putzarbeiten im Innen- und Außenbereich
  • Erneuerung der Elektroanlage
  • Umgestaltung des Westflügels

Dabei wurden insgesamt 220.000 € verbaut. Es ist vor allem auch dem damaligen Vereinsvorsitzenden Hans-Joachim Holder und seinem Stellvertreter Martin Herrmann zu verdanken, dass die vereinbarten Eigenleistungen (über 20.000 €) und die baren Geldmittel als Eigenanteil aufgebracht wurden.

Viele Nebentätigkeiten, wie zum Beispiel das Entfernen und Putzen der alten Dachsteine, erledigten Mitglieder des Seniorenclubs und der Ortsgruppe der IGBCE.

Hier ein kleiner Einblick:

Eng verbunden mit den umfangreichen Aktivitäten zur Sanierung und Erhaltung des Zeißighofes war unser Hauptsponsor Prof. Dr. Knut Gerlach (†). Er war als gebürtiger Zeißiger sehr interessiert an der Entwicklung des Zeißighofes und unterstützte mit seinen regelmäßigen Spenden die finanzielle Absicherung der Maßnahmen des Denkmalschutzes.

Gemeinsam mit seinem ehemaligen Schulfreund Horst Pethow besucht Prof. Dr. Knut Gerlach (re) während der Sanierungsarbeiten den Zeißighof.