Alljährlich am 25. Januar wird in der Lausitz und so auch im Zeißiger Lutki-Haus Vogelhochzeit gefeiert. Der Ursprung dieses in der obersorbischen Region seit Jahrhunderten gepflegten Brauches bestand in Gaben an heidnische Götter, um sich ihrer Gunst zu versichern. Im Laufe der Zeit wandelte sich dieser Brauch in kleine Geschenke für Kinder als Belohnung für das Füttern der Vögel im Winter. Es ist die Zeit des Vorfrühlings, des Erwachens der Natur und der Hochzeit der Vögel.

So ist es Brauch, diesen Tag, vor allem in den Kindertagesstätten, festlich zu begehen. Während vorwiegend in den katholischen Dörfern die Kinder in der originalen sorbischen Hochzeitskleidung kleine Programme aufführen, stellen sie in den evangelischen Dörfern die Vogelhochzeit gemäß dem Lied „Ein Vogel wollte Hochzeit machen“ dar. Fantasievoll in Vogelkostüme gekleidet und vom Brautführer – braška – geleitet, sind sie die Hochzeitsgäste der Braut (Amsel – kόs) und des Bräutigams (Drossel – drόzna ).

Sorbische Gedichte und Lieder umranken den von der Bevölkerung gern besuchten kleinen Festakt. Mit typischem Vogelhochzeitsgebäck- kleinen Vogelnestern oder Teigvögeln – werden die Kinder belohnt. Für die Erwachsenen der Ober- und Niederlausitz gibt es von 1954 an eine Vogelhochzeit als Abendveranstaltung des Sorbischen Nationalensembles, seit einigen Jahren auch eine Kindervogelhochzeit.